Nachhaltigkeit

Grün, aber nicht hinter den Ohren: Das bringen nachhaltige Websites

Barbara Fellner

Von Barbara Fellner

18. April 2022

4 Min Lesezeit

Das bringen nachhaltige Websites

Seit 2020 steht die globale Weltuntergangsuhr auf 100 Sekunden vor 12. Das wissenschaftliche Team hinter dieser symbolischen Uhr gibt damit an, dass eine globale Katastrophe so unmittelbar bevorsteht, wie noch nie zuvor seit 1947. Neben der Gefahr eines Atomkriegs könnte die Klimakrise unser menschliches Leben auf der Erde auslöschen.

Der digitale CO2-Fußabdruck

Viele von uns wählen beim Reisen, beim Einkauf von Lebensmittel, Elektronik und Kleidung bereits auf nachhaltige Alternativen. Das ist im Digitalen nicht immer der Fall. Denn oft ist uns gar nicht bewusst, dass wir nicht nur Offline, sondern auch im Web große Mengen an CO2 produzieren. Jedes einzelne Mal (!), wenn eine Website geladen wird, wird CO2 ausgestoßen. Du produzierst also mit jeder Google-Suche und mit jedem Stöbern in deinem Lieblings-Onlineshop CO2.

Wenn das Internet ein Land wäre, wäre es der siebtgrößte Umweltverschmutzer!

In der Cloud und doch am Boden

Viele Websites werden heute in der Cloud gehostet. Das bedeutet, dass wir keinen physischen Server bei uns stehen haben, auf dem der Code für die Website liegt. Aber nur, weil wir den Server nicht sehen, heißt es nicht, dass er nicht da ist.

Weltweit gibt es gigantischer Rechenzentren, in denen auf Server Websiten und andere Daten liegen, die beim Aufruf durch Web-Nutzer:innen bereitgestellt werden. Diese Rechenzentren verbrauchen unglaublich viel Strom, um die Server am laufen zu halten und um sie entsprechend der Sicherheitsstandards zu kühlen. Das fünftgrößte Rechenzentrum der Welt steht etwa in Frankfurt. Es hat ganze 65.000m2 Fläche und ist nicht das einzige Rechenzentrum in Frankfurt.

Bei uns Webentwickler:innen hat der Code, den wir schreiben, somit oft einen größeren CO2-Fußabdruck als wir selbst.

Server Zentren

Der Energieverbrauch von Rechenzentren wird durch die fortschreitende Digitalisierung weiter ansteigen.

So geht’s besser 🌱

Diese 5 Aspekte sind die Grundlagen unserer Arbeit, um nachhaltige Websites zu erstellen und zum Klimaschutz beizutragen:

1. Wir verwenden hochwertige, aber kleine Bilder und Videos

Kleinere Bilder und Videos brauchen weniger Speicherplatz. Doch sind die Bilder dann noch gleich schön und gleich gut sichtbar für die Kund:innen, die Ihre Website besuchen? Berechtigte Frage. Und die Antwort lautet: Ja!

Mit aktuellen Technologien sorgen wir dafür, dass Bilder und Videos bei der Übertragung vom Server zum PC oder Smartphone komprimiert werden. So läuft die Übertragung schneller und es wird weniger Energie aufgewendet, ohne dass die Qualität darunter leidet.

2. Wir schreiben effizienten Code

Noch ein Grund, der zu weniger Energieverbrauch führt: Effizienter Code. Es gibt für so gut wie jedes Element einer Website, z.B. die Anzeige eines Kontaktformulars oder das Laden bestimmter Produktdaten, verschiedene Möglichkeiten, es zu programmieren.

Wenn wir beim Programmieren der Website daran denken, einfache, clevere Lösungen zu implementieren, müssen wir dafür weniger Code-Zeilen schreiben. Das bringt uns zwar bei der Arbeit mehr ins Tüfteln, im laufenden Betrieb ist aber die Datei, in der die Code-Zeilen geschrieben werden kleiner. Die Website verbraucht so - analog zu den Bildern und Videos - weniger Energie.

3. Wir achten von Beginn an auf gute User Experience

Bevor es an Design und Umsetzung einer Website geht, wird die Struktur der Website konzipiert. Dabei wird etwa in der Informationsarchitektur festgelegt, wie die Website aufgebaut ist. Inhalte, die zusammenhängen oder die von den Besucher:innen zusammen benötigt werden, sollen nur wenige Klicks voneinander entfernt sein.

Das zahlt in eine großartige User Experience (UX) ein, und die wiederum ist wichtig für Kundenzufriedenheit. Wichtig für gute UX ist ebenso, dass alle Bereiche in der Sprache der Kund:innen benannt sind. So finden sich diese rasch auf der Website zurecht und machen ausfindig, wonach sie suchen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Klicks - und damit Energie.

4. Wir kennen den Wert von guter SEO

Auch abseits der eigenen Website kann man mit den richtigen Kniffen zum Klimaschutz beitragen. Die Rede ist von der Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO). Wenn potenzielle Kund:innen bei Google einen Suchbegriff eingeben, zu dem Sie auf Ihrer Website relevante Inhalte anbieten, sparen die Nutzer:innen bei Google Klicks und brauchen weniger Anläufe, um die gewünschten Inhalte zu finden. Weniger Rechenleistung auf den Google-Servern und besseren Service für Ihre Kund:innen. Win-win!

5. Wir optimieren auch im Hintergrund

Damit eine Website im Internet aufrufbar ist, muss der Code für die Website irgendwo auf der Welt auf einem Server liegen. Server gibt es viele. Und auch unzählige Anbieter:innen für Hosting. So nennt man das, wenn man Speicher und Rechenleistung auf einem Server kauft, um die eigene Website dort abzulegen.

Auch hier gibt es “grünere” und weniger nachhaltige Alternativen, nach denen man sich bei den Hosting-Anbieter:innen erkundigen kann. Uns ist dabei Folgendes wichtig:

  • Die Server sollten mit nachhaltiger Energie, z.B. mit Wasser- oder Windenergie, betrieben werden
  • Für das Hosting sollte effiziente Hardware verwendet werden. Das bedeutet, dass Server und andere benötigten technische Geräte modern - und keine alten Stromfresser - sind
  • Wenn eine Website mehr als einmal besucht wird, muss nicht jedes Mal die gesamte Website neu geladen werden. Mit effizienter Webserver-Konfiguration sorgen wir dafür, auch hier nur ein Minimum an Rechenleistung zu beanspruchen. Etwa durch Caching oder Kompression der benötigten Daten.

Eine nachhaltigere Website ist also mit den richtigen Tipps und Tricks gar nicht so schwer umzusetzen. Und das Beste: Die Website macht nicht nur die Umwelt glücklich, sondern auch Ihre Kund:innen. Denn eine “grünere” Website ist auch eine schnellere und effizientere Website.

Welche der “grünen” Alternativen im Web kannten Sie schon? Haben Sie noch weitere Tipps und Ideen? Schreiben Sie uns

Barbara Fellner

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Barbara Fellner

Web Developer

Hallo, ich bin Babsi. Meine Vorliebe für neue Technologien hat man zwischen den Zeilen vermutlich schon herauslesen können. Dass dafür zwischen den Zeilen genügend Platz ist, geht auf meine Kappe: Mein Spezialgebiet liegt im Frontend. Ich lasse Websites und Applikationen die nötige Liebe zum Detail angedeihen, entwerfe und entwickle Animationen und hab die Nutzerfreundlichkeit, die Usability im Blick. Falls dir diese Seite hier also besonders gut gefällt, dir eine Animation ins Auge fällt oder du entdeckt hast, wie das „Meet us for …“ im Hero verwischt – das war ich.